FDP Perl

Zu diesem Thema gibt es einen Leserbrief:

BAUPLÄNE IN PERL

Einfache Lösung für den Interessenskonflikt
Zu „Victor’s plant eine Nummer kleiner“, SZ vom 21. Mai.

Werden unsere Gemeindevertreter etwa hier vom Fußballverein am Nasenring vorgeführt? Zumindest könnte sich einem dieser Eindruck aufdrängen. Das muss man sich einmal vorstellen. Da steht im Artikel: „Der FC Perl hat gegenüber den Ratsfraktionen unmissverständlich deutlich gemacht, dass er auf der versprochenen Verlegung des Sportplatzes bestehe. Ein Verbleiben am bisherigen Standort ist für den Verein nicht weiter akzeptabel.“
Ja, warum denn eigentlich nicht?! Da soll also ein Rasenplatz in tadellosem Zustand samt Flutlichtanlage abgerissen und durch einen riesigen, bis zu zwölf Meter hohen und somit etwa drei- bis viergeschossigen Gebäudekomplex inmitten eines ansonsten ruhigen Wohngebietes ersetzt werden. Nur weil anscheinend vor zig Jahren irgendein Gemeinderatsbeschluss gefasst wurde, von dem heute niemand mehr so recht weiß, wie dieser überhaupt zu Stande gekommen ist. Fakt ist jedenfalls: Erstens, es gibt keinen – zumindest keinen vernünftigen und nachvollziehbaren – Grund, den Sportplatz zu verlegen. Zweitens, niemand der Anwohner fühlt sich durch den Spielbetrieb (!) in irgendeiner Art und Weise gestört, auch wenn dies von Seiten Einzelner hartnäckig behauptet wird.
Fakt ist auch, dass der geplante Bau des „Hotels mit Seniorenresidenz“ von den direkt betroffenen Anwohnern aus triftigen Gründen abgelehnt wird. Ebenso Fakt ist, dass die Gemeinde Perl hoch verschuldet ist und sich solch irrwitzige Projekte, die von vornherein etliche Probleme wie etwa rechtliche Fragen, Verkehrsprobleme, Lärmbelästigung, Abwasserprobleme mit sich bringen, eigentlich gar nicht leisten kann.
Auch die Mär von einer kostenneutralen Verlegung – unter Einbeziehung sämtlicher (!) dafür notwendigen Grundstücks¬ und Infrastrukturmaßnahmen sowie der Kosten für das neu zur Verfügung zu stellende Gelände
– kann niemand wirklich glauben. Diese hohen Kosten betreffen übrigens alle Bürger der Gemeinde Perl, da sie nicht nur die Anwohner des Sportplatzes zu tragen haben, sondern alle Bürger. Da sollte es nicht egal sein, ob jedes Jahr noch ein paar Hundert Euro Schulden dazukommen oder nicht. Da fragt man sich aber doch, weshalb nicht einfach – was anscheinend notwendig ist – die Umkleidekabinen und das Vereinsheim mit einem für die Gemeinde finanziell vertretbaren Aufwand und eventuell ergänzt durch ebenfalls vertretbare Eigenleistung der Vereinsmitglieder saniert werden. Damit wären alle, zumindest alle nachvollziehbaren, Beweggründe, den Sportplatz zu verlegen, eigentlich hinfällig. Damit wäre jedem der direkt oder indirekt Beteiligten gedient: der Gemeinde, dem Verein, den Anwohnern und nicht zuletzt allen anderen Bürgern, wahrscheinlich sogar dem Investor. Der fände an dem für den geplanten Neubau des Sportplatzes vorgesehenen Gelände wohl ideale Bedingungen für sein Projekt vor. Aber wahrscheinlich ist das Naheliegendste dann doch zu einfach.
Michael Leuk, Perl
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